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Feb 26 2013

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[Game] Singularity

cover_singularity

Cover von Activisions „Singularity“
(via Wikipedia)


— 1955, Ort unbekannt. Codename: Katorga-12. —
Mitten im Kalten Krieg experimentieren russische Forscher mit einem bis dato unbekannten Mineral mit Namen E99. Die Experimente schlagen fehl, eine Explosion zerstört das gesamte Testgelände und die Mehrheit ihrer Bewohner stirbt. Die Sowjetunion vertuscht das Debakel und niemand erfährt davon. Erst im Jahr 2010 untersucht ein US-Satellit die nirgends verzeichnete Insel und wird aufgrund radioaktiver Strahlung beschädigt. Nach der sowjetischen dementiert nun auch die russische Regierung jegliches Wissen um die Existenz einer Forschungsstation. Ein Grund mehr für das Pentagon, ein Sonderkommando vor Ort zu schicken.
Captain Renko fliegt mit seinem Team die Insel an. Eine riesige Steinskulptur mit Sichel in der Hand reicht halb übers Wasser und aus der Ferne sind Ruinen zu erkennen. Auf einmal werden die Helikopter von einer Druckwelle erfasst und stürzen ab. Renko kriecht aus den Trümmern und macht sich auf die Suche nach seinem Team. Nur Devlin hat überlebt, aber Renko kann ihn über Funk nicht erreichen. Auf der Suche nach Devlin dringt Renko in die Überreste einer Empfangshalle ein. Kaum setzt er einen Fuss ins heruntergekommene Foyer, beginnt sich die Welt um ihn herum aufzulösen. Auf einmal wirkt das Gebäude wieder neu, Menschen rennen mit Verbrennungen und üblen Hustenanfällen aus brennenden Korridoren in die Empfangshalle. Feuer? Renko folgt den Hilferufen und rettet einen Menschen vor dem sicheren Tod. Er lehnt ihn an eine Stalin-Statue, um wieder zu Atem zu kommen, da flimmert die Welt erneut. Der Gerettete ist verschwunden und anstelle von Stalin blickt nun eine Statue von Demichev auf ihn herab. Was zum … Der Mann aus dem Feuer … der hiess doch Demichev? Wieso ist nun sein Ebenbild in einer Statue verewigt?

Zeitreisen und Mutanten


Gronkh spielt Singularity (via YouTube.com)

Im Egoshooter Singularity dreht sich alles um das vielseitige Mineral E99, das im Grunde auch Plutonium oder Uran sein könnte. Aber es ist ein bisschen mehr: Eine eierlegende Wollmilchsau für verrückte Wissenschaftler. Experimente an E99 versprachen nämlich nicht nur neuartige Waffensysteme und revolutionäre Prozesse zur Energiegewinnung, sondern auch Zeitmanipulationen. Gegenstände, die mit E99 in Berührung gekommen sind, können gealtert und verjüngt werden. Menschen (sprich: wer einem vor die Wumme springt) ebenfalls.
Entsprechend hat E99 auch Effekte auf Lebewesen. Es ist keine radioaktive Strahlung (zumindest wird es nicht so genannt), aber diejenigen Bewohner von Katorga, die die Explosion überlebt hatten, wurden … nun … verändert.
Schliesslich braucht es etwas, worauf du als Renko schiessen kannst 🙂

Mit ein-zwei Waffen im Anschlag, die du auf dem Weg aufgesammelt hat, schiesst du dich durch Mutantenhorden, wirst an einigen gut ausgewählten Stellen höllisch erschreckt, und wandelst zwischen 2010 und 1955 umher, dem Jahr der verheerenden Explosion. Dadurch erfährst du, was sich 55 Jahre zuvor auf Katorga abgespielt hat, und was deine Zeitreisen für Konsequenzen auf die Gegenwart haben.
Zeitreise-Paradoxa lassen grüssen.

screensh_singularity

Zur Installation wurden solche Screenshots eingeblendet. Auf einmal habe ich gemerkt, dass „Singularity“ vielleicht doch kein Jump&Run-Adventure ist.
Sind doch knuffige Typen, nicht?
(Screenshot via compactiongames.com)

Etwas anderes erwartet, aber positv überrascht

Wie ich überhaupt zu Singularity gekommen bin, ist eine lustige Sache. Ich lese gerade ein Buch von Charles Stross mit demselben Titel. Science-Fiction, Zeitreisen und Schwarze Löcher.
Im Netz hab ich mich dann ein bisschen schlau gemacht, gesehen, dass es nicht um Weltraum, Raumschiffe und Aliens geht, sondern um einen Trip zwischen zwei Zeiten. Spannend, hab ich mir gedacht und das Spiel auf gut Glück zugelegt – ohne mich genauer zu informieren.
Ich hatte bis zum Installationsfenster nicht realisiert, dass es sich um einen Egoshooter handelt, hatte mir einen Platformer à la „Prince of Persia“ oder dergleichen erwartet. Doch die Screenshots bei der Installation haben mir unmissverständlich klar gemacht, dass mich widerwärtige, gruslige Monster erwarten werden.
Tja, hab ich mir gedacht und trotzdem losgespielt. Etwa sechs-sieben Stunden später fiel mir auf, dass ich so allmählich aber sicher schlafen gehen sollte. Der nächste Morgen kam viel zu früh. Aber ich bereue es nicht.

Fazit

bouncersman_100x
Vega meint: thumbsup

Obwohl der Egoshooter schon drei Jahre alt ist, schaut er immer noch sehr gut aus. Der Schwierigkeitsgrad ist auf „normal“ gut machbar, und wohl auch auf „schwer“ noch zu bewältigen. Absolute Egoshooter-Nerds werden mit Singularity wohl etwas unterfordert sein. Vor allem gegen Ende, wenn du brav Upgrades eingesammelt und deine Skills aufgebessert hast, bist du irgendwann etwas overpowered. Aber gut unterhalten habe ich mich trotzdem. Die Story ist gut gemacht, sie hat an ein paar Stellen zwar ein paar Augenbrauenheber (wieso sollte man es riskieren, Menschen ohne Schutzanzüge auf eine Insel zu schicken, die einen Satelliten in x Kilometer Entfernung durch Strahlung beschädigt? Oder wie geht das, dass jemand 55(!) Jahre auf der Insel überlebt, ohne zu sterben? Und was zum Teufel ist MIR-12?), aber im Grossen und Ganzen sehe ich darüber hinweg.
In erster Linie geht’s in Singularity um kreatives Monsterfleddern mit technologischer Magie (nur schiessen wäre ja langweilig). Wenn dann die Handlung nebenbei OK ist, hat das Spiel schon gewonnen.
Und günstig ist das Spiel auch.
Daumen hoch!

~ Dani Vega

Singularity
Egoshooter für PC, PS3 und XBOX 360
Entwickelt von Raven Software und publiziert von Activision 2010
Auf Amazon erhältlich

Über den Autor

Vega

Ich bin Vega, Admin und Redaktor von Spiegelwelten.ch, einem Blog für Videospiele und Bücher, für Geschichten, die unsere Welt abbilden.

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