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Mrz 12 2013

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[Game] Black Market

Black Market Logo  eigener Screenshot

Black Market Logo
eigener Screenshot

Es gibt klügere Dinge, als seine Erinnerung zu löschen. Vincent Wake ist kein besonders kluger Mensch. Der Protagonist aus dem Spiel Black Market erwacht mit höllischen Kopfschmerzen und Übelkeit. Vincents Erinnerung wurde gelöscht und als Dank lebt nun die zynische KI Hardgrove in seinem Kopf.
Das ist der Auftakt zum Weltraumhandelsspiel Black Market von Big Block Games. Du handelst, du kämpfst, du erkundest und nebenher versuchst du herauszufinden warum zum Henker Vincent Wake seine Erinnerung löschen ließ und was die der ominöse Black Market damit zu tun hat. Fühlt es sich so an, wenn nach langer Durststrecke endlich die Oase erreicht wird? Die Wüste seit den letzten großen Spielen des Genres hatte schon längst eine schwarzfinstere Färbung angenommen, verkrustete Rinnsale aus den Tränen der Spieler hatten ganze Täler in den Sand gemeißelt, so sehr schien das Genre eingeschlafen zu sein. Dann, innerhalb weniger Monate, Schlag auf Schlag, Spiel auf Spiel, Star Citizen, Kinetic Void, X: Rebirth, Elite: Dangerous, Spiel: Adjektiv the Adjektiving, pardon, das war zu weit. Leider sind alle diese Titel noch in Entwicklung und werden noch einige Zeit auf sich warten lassen. Keinesfalls nur ein Pausenfüller, aber gut geeignet die Wartezeit zu überbrücken, dürfte das erwähnte Black Market sein.

Der Weltraum ist 2D

Black Market ist ein 2D Weltraumspiel. Treuherzig markiert es alle Standardanforderungen des Genres mit einem liebevoll gestalteten Haken. Handeln, Aufsteigen, Erkunden, Kämpfen und Atmosphäre behandelt es alle. Das Handeln folgt dem alten Prinzip von kaufe günstig, verkaufe sehr viel teurer und schickt Vincent Wake von einem Ende der Karte zur Anderen um noch ein paar günstige Fusionskerne zu erwerben. Vom Erlös erwirbst du neue Raumschiffe und Ausrüstung und arbeitest dich in der Hackordnung des Spiels nach oben. Mit den besseren Schiffen und der nötigen Erfahrung, dringst du in immer neue Regionen hervor und fährst auch mit der Story um Vincent Wake fort. Die Kämpfe laufen in einer Seitenansicht ab, bei der die Skills nacheinander ausgelöst werden. Im Gegensatz zu frühen Versionen reicht hier ein einfacher Mausklick. Der zweidimensionale Weltraum stört erst einmal nicht, Hand aufs Herz – die meisten Weltraumopern behandeln die Kämpfe eh wie Segelschiffe mit Pew-Pew Lasern.

Black Market Screenshot  Eigener Screenshot

Black Market Screenshot Eigener Screenshot

Eine Atmosphäre ohne Oh-No Löcher

In der Atmosphäre glänzt Black Market. Wunderschön gearbeitete Hintergründe verleihen den Raumhafen individuelles Flair. Suchscheinwerfer suchen den Himmel ab, Raumschiffe starten und Landen, Schiffe werden beladen. Der Weltraum ist schön gestaltet. Dazu trägt nicht zuletzt auch die hochwertige Musik bei. Der Situation angemessene, leicht düstere Musik begleitet dich als Spieler auf deinen Reisen.

Zur Atmosphäre trägt auch die Geschichte bei. Der Erzählstil ist zynisch, das kann man mögen, muss man aber nicht. Aber falls Zyniker für dich ein rotes Tuch sind, ist Black Market kein Spiel für dich. Das beginnt mit Hardgrove, der KI in der Augenklappe, der sich über einen eingebauten Zensurfilter nervt und stattdessen alles zynisch kommentiert. Oh, Vincent musste sich übergeben? Gut, sagt Hardgrove, das heißt, dass er die Operation wohl überstehen wird. Eines der Module für das Schiff, vom Typ Drohnen, wird wie folgt beschrieben: Spawns stress induced Breakdown Suicide Drones. Burnout Selbstmörder Drohnen, ja ähm ja. Kann man wie gesagt mögen, kann aber auch nach hinten losgehen. Schlussendlich passt es zur Atmosphäre und Geschichte des Spiels. Die Menschen spüren, dass etwas im Gange ist. Alle sind von einer inneren Unruhe erfasst. Alpträume schleichen sich in den Verstand der Menschen und Drogen finden höchsten Absatz. Was geschieht da eigentlich und was hat Vincent Wake und die KI Hardgrove damit zu tun?

Fazitäre Kommentar Versicherungs Drohne

denamed_100x
dEnamed meint: thumbsup

Die Geschichte ist zwar nett, aber wird sicher keine Preise gewinnen. Was bleibt ist ein auf Hochglanz poliertes Weltraumspiel. Schlussendlich derivativ bis zum extrem, aber das muss nichts Schlimmes sein. Die Spielebranche funktioniert auf die Art. Auf die Dauer wird es etwas langatmig, bis dahin wurdest du aber gut unterhalten. Zum Glück gibt es für die Unschlüssigen eine sehr extensive Demo, die das komplette erste Kapitel umfasst. Das sind etwa 6 bis 7 Stunden des Spiels und sollten wohl reichen, dass du dir notfalls auch selber ein Bild machen kannst.
Mir gefiel das Spiel schon vor ein paar Jahren und ich komme immer wieder darauf zurück. Das liegt zum Teil daran, daß im Weltraumgenre aktuell nur Ferengi Simulatoren mit Excel Tabellen Charme zu haben sind. Es liegt aber auch daran, dass es ein nett gemachtes kleines Spiel ist.

~dEnamed

Black Market. Spiel.
Von Big Block Games
Erhältlich auf Gamersgate für 9,95€
oder der Website des Entwicklers.

Über den Autor

dEnamed

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