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Dez 20 2012

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[Buch] Supernova – Charles Stross

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Cover zu Charles Stross‘ „Supernova“
(via Amazon.de)


Innert Sekunden herrscht Chaos auf der Raumstation. Arbeiter, Touristen, Familien, Geschäftsleute, alle fliehen sie mit ihren Besitztümern unter den Armen zu den Evakuierungsschiffen, aber niemand weiss genau, was der Grund für den Alarm ist. Ahnungslosigkeit weicht blanker Panik, als es durchsickert. Eine Supernova. Der Zentralstern vom Planeten Moskau sei implodiert und habe den Planeten innert Minuten zermahlen. Nur wenige Stunden bleiben, bis die Schockwelle die Station erreicht. Die ersten Schiffe legen ab.
Doch ein Mädchen kümmert der Rummel wenig. Wednesday eilt durch verlassene Korridore, klettert durch Luftschächte, geführt von einer Stimme, die über ihr Implantat zu ihr spricht. Sie findet eine Tasche mit Geheimdokumenten und kurz darauf eine Leiche. Bisher sind die kleinen Ausflüge mit der Stimme immer lustig und ein bisschen gruslig gewesen, aber nun ist ihr nicht mehr wohl in ihrer Haut. Schnell eilt sie zurück zu ihren Eltern. Sie ahnt nicht, welch brisanten Fund sie gemacht hat, bis sie merkt, dass sie verfolgt wird und wenig später ihre Eltern ermordet werden. Worauf hat sich Wednesday nur eingelassen? Wem soll sie noch trauen?

Charles Stross‘ „Supernova“ ist ein derber Hammer. Nicht in der Art, wie er schreibt, sondern wie er die Story anlegt. Es beginnt mit einem grossen Knall, der mal schnell ein ganzes Sonnensystem vernichtet, und in den folgenden Stunden, Tagen, Wochen und Monaten die nächstliegenden Sonnensystem bedroht. Die kosmische Strahlung der Supernova ist selbst Lichtjahre entfernt noch gefährlich. Und sehr schnell wird dem Leser bewusst, dass es nicht einfach nur ein Zufall war. Zu viele Zufälle geschehen gleichzeitig der einen oder anderen Planetenregierung kommt die Zerstörung von Moskau gerade recht. Wednesday, der rebellische Teenager, wird zum Spielball einflussreicher Organisationen und Regierungen, von denen sie zum Teil noch nie gehört hat. Selbst ihre wenigen Verbündeten durchschauen das eng gesponnene Netz nicht gänzlich.

Fazit: Was Stross schreibt, ist zeitlose Science-Fiction. Er nimmt altbekannte Motive auf, aktualisiert sie und setzt sie in einem frischen Gewand neu zusammen. Eine faschistische Regierung, Terrorismus, ein rebellischer Teenager, Geheimagenten und Geheimorganisationen, gewürzt mit jeder Menge Physikwissen und anhaltender Spannung. Noch kenn ich Stross‘ Romane zu wenig, aber er scheint mir das Potenzial zu einem ganz grossen SF-Autor zu haben – wenn er nicht bereits einer ist.
Lesen!

Wertung: 8sternchen

~ Dani Vega

Supernova.
Charles Stross
Aus dem Englischen von Usch Kiausch.
Bei Heyne 2005 [2004]. 527 Seiten
ISBN: 978-3-453-52052-3

Über den Autor

Vega

Ich bin Vega, Admin und Redaktor von Spiegelwelten.ch, einem Blog für Videospiele und Bücher, für Geschichten, die unsere Welt abbilden.

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