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Dez 28 2012

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[Buch] Die Kinder der Drohne – Neal Asher

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Cover zu Neal Ashers „Die Kinder der Drohne“
(via Amazon.de)


Der Roman erzählt die Geschichte von Vierlingen, die unter mysteriösen Umständen empfangen worden sind. Eines Tages erschien im All urplötzlich ein riesiges Objekt oder ein Wesen – darüber streiten sich die Wissenschaftler bis heute. Es zerfiel in Segmente, und ehrgeizige Ingenieure und Wissenschaftler bauten eine Raumstation rundherum, um es bis aufs kleinste Detail zu untersuchen. Als die Wissenschaftlerin Strone auf einmal schwanger wurde und nach der Entbindung von Vierlingen Selbstmord beging, glaubte man noch an einen Unfall und nahm sich den Neugeborenen an. Doch während die Kinder aufwuchsen, wurde offenbar, dass sie sich aussergewöhnlich entwickeln würden.
McCrooger wird entsandt um den jahrzehntelang schwelenden Konflikt zwischen den Planeten Brumal und Sudoria zu schlichten. Zumindest ist das die offizielle Version. Tatsächlich soll er abklären, ob eine Annexion der beiden Planeten an hoch entwickelte „Polity“ denkbar wäre. Sie mit Gewalt zu annektieren würde nichts bringen. Und da ist noch der Superstring auf Corisanthe III, für den selbst die hellsten Köpfe und KIs der Polity keine schlüssige Erklärung haben. Doch McCrooger kommt mit seinen Abklärungen nicht weit. Haarscharf entgeht er einem Mordanschlag und strandet auf dem Planeten Brumal, dem weniger zivilisierten der beiden, und muss zuallererst um sein Überleben kämpfen. Die KI-Sonde Tigger steht ihm dabei tatkräftig zur Seite.

„Die Kinder der Drohne“ wird auf zwei Ebenen erzählt. Einer gegenwärtigen, die sich um den Ich-Erzähler McCrooger dreht, und einer vergangenen, die die Jugendzeit der Strone-Kinder aufrollt. Jeder, der jetzt behauptet, Flashbacks seien eine Sünde, sollte sich den Roman vornehmen und sich eines Besseren belehren lassen. Da die Wichtigkeit der vier Geschwister schon im Titel angelegt ist (zumindest im deutschen), ist es naheliegend, nicht nur die Gegenwart, sondern auch ihre Werdegänge unter die Lupe zu nehmen. Das verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe und gibt dem Leser Einblicke in die Komplexität von Ashers Polity-Universum.
Besonders gut gefielen mir auch die politischen Verstrickungen, denen die Protagonisten unterworfen sind. Die Strone-Kinder wie auch McCrooger. Als Leser wird man so in ein funktionierendes Sonnensystem hineinversetzt, ach was, in eine funktionierende Galaxie, und wird mit polit-philosophischen Gedanken beschenkt, die sich um die beiden Herrschaftssysteme Plutokratie und Schwarmdenken drehen. Und alles in einem sehr ansprechenden Schreibstil.

Fazit: Alles in allem ist „die Kinder der Drohne“ ein runder Science-Fiction Roman, der vor allem auch für eingefleischte Science-Fiction Fans einiges zu bieten hat. Für sich gesehen sind die Debatte Plutokratie-Schwarmdenken, eine KI als übermächtiger, aber wohlwollender Weltverbesserer, der Entsandte einer hochentwickelten Rasse, der sich mit den Eingeborenen anfreundet etc. nichts wirklich Neues. Neal Asher bringt sie alle in einer spannenden anspruchsvollen Geschichte zusammen, ohne schulmeisterlich und langweilig zu wirken.
Der einzige Wermutstropfen: Das Buch ist leider auf dem üblichen Weg nicht mehr greifbar. Nur noch über Antiquariate und Tauschbörsen.

Wertung: 8sternchen

~ Dani Vega

Die Kinder der Drohne
Von Neal Asher
Im Original: „Hilldiggers“.
Aus dem Englischen von Thomas Schichtel.
Bastei Lübbe 2008 [2007]. 590 Seiten.
ISBN: 978-3-404-23323-6

Über den Autor

Vega

Ich bin Vega, Admin und Redaktor von Spiegelwelten.ch, einem Blog für Videospiele und Bücher, für Geschichten, die unsere Welt abbilden.

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