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Nov 29 2012

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[Buch] Flugverbot – Barbara Slawig

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Cover zu Slawigs „Flugverbot“
(via Online-Shop des Argument-Verlags)


In der Kuppelstadt auf der Planetenkolonie Jargus spielen die Computer verrückt. Obwohl Kommissar Woolf weder Militär noch Wissenschaftler ist, hat man ihm die Aufgabe übertragen, nach den Gründen zu suchen. Er soll die reibungslose Arbeit an den dort erforschten Lebenden Steine gewährleisten, doch schnell muss Woolf erkennen, dass es um weit mehr geht. Er gerät in einen Sumpf von Intrigen der führenden Militärs und Wissenschaftler und kämpft mit gegenläufigen Loyalitäten.
Als schliesslich die Computerwissenschaftlerin und ehemalige Kriegsverbrecherin Jeanne Andrejew dem Sicherheitsdienst die Hände fällt, hat man einen Sündenbock gefunden. Einmal kriminell, immer kriminell. Der Supercomputer ANAC ist zu unberechenbar und viel zu neu; für Andrejew musste es ein Leichtes gewesen sein, ihn zu sabotieren.

„Flugverbot“ hat etwas an sich, das mir gefällt. Es ist kein epischer Roman mit grossen Gefühlen, gewaltigen Schlachten oder herben Schicksalsschlägen. Es ist ein gewöhnliche Geschichte mit gewöhnlichen Menschen, doch die Art wie die Geschichte erzählt wird, ist mehr als gewöhnlich. Barbara Slawig ist meines Wissens keine Psychologin, aber sie versteht es, in die Köpfe ihrer Figuren hineinzusehen und den Leser daran teilzuhaben.
Und gleichzeitig räumt sie mit zwei Vorurteilen auf, die zwar längst überholt sein sollten, aber tatsächlich weiter existieren: Es gibt keine gute neue deutsche Science-Fiction; und es gibt keine gute Science-Fiction von Frauen. Barbara Slawig räumt in „Flugverbot“ gleich mit beiden auf. Sie präsentiert ein spannendes Detektivspiel auf einem fremden Planeten; mit Menschen einer fremeden Kultur. Sie knüpft ein Netz von Machtmonopolen, Unterdrückung, subtiler und weniger subtiler Manipulation, in dem sich der Protagonist Woolf wie auch der Leser sehr schnell verliert, um dann Schritt für Schritt immer mehr Zusammenhänge zu erfassen.

Fazit: Flugverbot ist ein gelungener Science-Fiction Roman, der vom Gesagten und vor allem vom Ungesagten der betroffenen Figuren lebt, nicht von grossen Schlachten, und revolutionären Ideen. Entsprechend werden Fans von Hard Science-Fiction / Science Fact und von Space Operas nicht bedient, aber darum geht es auch nicht. Gerade Leser, die gewöhnlich nicht viel für SF übrig haben, werden sehr gut abgeholt und gekonnt durch die fremde Welt ausserhalb unseres Sonnensystems geführt.

Wertung: 7sternchen

~ Dani Vega

Flugverbot. Die lebenden Steine von Jargus.
von Barbara Slawig.
Argument Verlag 2003. 253 Seiten
ISBN: 978-3-88619-341-7

Über den Autor

Vega

Ich bin Vega, Admin und Redaktor von Spiegelwelten.ch, einem Blog für Videospiele und Bücher, für Geschichten, die unsere Welt abbilden.

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